Zusammensetzung Lacto-capromer, Hauptbestandteil: Polymilchsäure
Degradation 4 Wochen (hydrolytisch)
Verformbarkeit > 200 % Bruchdehung
Wasserdampfpermeabilität 40 - 70 ml/m2 (Std.) ca. 1.000 - 1.700 ml/Tag
pH 5,5 (initial) => 4,0 in vitro
Eigenschaften und Wirkungsweise
SUPRATHEL ist ein alloplastischer resorbierbarer Hautersatz mit primär hoher O2 und H2O Dampfpermeabilität, die ein besonders günstiges Wundmilieu schafft. Die klinische Prüfung bestätigte die signifikante Schmerzreduktion von SUPRATHEL gegenüber Standardprodukten bei Spalthautentnahmen und 2. gradigen Verbrennungen. SUPRATHEL ist optimal an alle Körperteile anpassbar. Gute Spontanhaftung am Wundgrund durch Aufnahme von Wundexsudat verhindert mechanische Alteration. Nach Aufbringung auf das Wundareal wird die Membran transparent und ermöglicht so die Beobachtung des Heilungsfortschritts.
SUPRATHEL ist elastisch/plastisch und kann damit optimal an alle Körperteile, auch Hände, Füße und dem Gesicht angeformt werden. Die Gliedmaßen können bewegt werden ohne Verlust der Wundabdeckung.
SUPRATHEL beginnt nach wenigen Tagen zu degradieren, wodurch sich die Permeabilität auf physiologische Hautwerte einstellt.
Wichtig: Bei unwahrscheinlichem Einwachsen in den Wundbereich ist keine operative Entfernung erforderlich, da SUPRATHEL innerhalb 4-6 Wochen degradiert. SUPRATHEL löst sich an wiederhergestellten Hautarealen ab. Es ist kein Wechsel des Primärverbands erforderlich. SUPRATHEL schützt gegen bakterielle und virale Infektionen. Lokale Infektionen können ohne Entfernung der Hautabdeckung mit Antibiotika behandelt werden, da die Membran permeabel ist. SUPRATHEL reduziert die Behandlungszeit, erübrigt schmerzhafte und langwierige Verbandswechsel und ist damit kostengünstig.
Anwendungsgebiete
Alle oberflächigen dermalen Wunden, Schürfwunden, Spalthautentnahmestellen, 2. gradige Verbrennungen sowie 2. gradige Verbrennungen mit 3. gradigen Anteilen.
Anwendungshinweise
Öffnen Sie die Verpackung und entnehmen Sie die weiße Membran aus der grünen Papierschutztasche unter sterilen Bedingungen. SUPRATHEL kann beidseitig und überdeckend appliziert werden. Legen Sie die Membran glatt auf das Wundareal. Die Membran kann durch leichtes Ziehen aufgelegt, unter geringfügiger Spannung appliziert und an gekrümmte Flächen (Gesicht, Hände, Füße) angepasst werden. Hierbei kann Erwärmen durch Auflegen der warmen Hand hilfreich sein. Entfernen Sie alle Luftblasen unter der Membran. Stellen Sie die Haftung der Membran an den Rändern zur intakten Haut sicher. Schneiden Sie nicht haftende Membranränder über intakter Haut ab.
Schutzverband
Zum Schutz des Wundareals vor mechanischer Alteration hat sich die zusätzliche einlagige Abdeckung von SUPRATHEL mit Fettgaze als günstig erwiesen. Diese sollte mit SUPRATHEL ohne Verbands-Wechsel bis zur Abheilung auf der Wunde belassen werden. Durch die dünne Fettgaze bleibt der Heilungsfortschritt sichtbar. Über die Fettgaze kann, z.B. bei ambulanter Behandlung, ein Mullverband gegen mechanische Alteration oder Verschmutzung schützen. Dieser Verband kann schmerzfrei täglich gewechselt werden. Unter günstigen Verhältnissen kann SUPRATHEL auch ohne zusätzliche Abdeckung belassen werden.
Dosierung und Dauer der Anwendung
Abhängig von der Größe der Wunden können entsprechend viele SUPRATHEL Membranen aufgelegt werden. SUPRATHEL sollte zusammen mit der Fettgaze ohne Verbands-Wechsel (SUPRATHEL + Fettgaze) bis zur Abheilung auf der Wunde belassen werden. SUPRATHEL wird auch nach dem Belassen auf der Haut nach 60 Tagen nahezu vollständig und reizlos von den äußeren Epithelschichten absorbiert.
Wundversorgung
Bei der Anwendung auf Spalthautentnahmestellen und anderen nicht infizierten Wundarealen aufgrund Oberflächen abtragender chirurgischer Behandlung sind über die übliche aseptische Wundbehandlung hinausgehend keine Vorbereitungen erforderlich.Bei Verbrennungen 1. und oberflächig 2. Grades ist eine sorgfältige Reinigung des Areals mit Wasser, Seife oder wässrigem Antiseptikum angeraten.Bei tiefgehenden 2. gradigen Verbrennungen ist ein gründliches Debridement bis zu 3mm Tiefe mit sichergestellter Entfernung aller nekrotisierten Bereiche angezeigt. Vor Aufbringung der Wundauflage ist eine prophylaktische Reinigung mit wässrigem Antiseptikum empfohlen. Das Wundareal kann feucht belassen werden. Bei stark blutenden Wunden müssen begleitende blutstillende Maßnahmen durchgeführt werden.
Während der Wundheilung
SUPRATHEL wird nach Applikation transparent. Damit ist der Heilungsverlauf gut zu beobachten; Infektionen können frühzeitig erkannt und ggf. zunächst durch die Membran ohne Wechsel behandelt werden.
Außer bei Auftreten nicht beherrschbarer Infektionen und extremen Flüssigkeitsansammlungen besteht kein Anlass für einen Verbandswechsel. Die Membran löst sich vom abgeheilten Wundrand her ab und kann abgeschnitten werden. Das Ablösen der Membran hat sich als Indikator für primär abgeschlossene Wundheilung bewährt.
Durch die hohe Flexibilität der Membran sind normale Bewegungen sowie physiotherapeutische Bewegungsübungen problemlos möglich.
Das Entfernen der Membran ist in der Regel nicht erforderlich. Es ist indiziert, wenn der Patient starke Schmerzen verspürt, eine nicht beherrschbare Infektion auftritt oder eine starke Flüssigkeitsansammlung beobachtet wird.
Kompressionsbehandlung
Eine Kompressionsbehandlung kann notwendig werden zur Narbenverhinderung, wenn die Wundheilung länger als 2 Wochen andauert. Bei tief bis ganz dermalen Verbrennungen (Grad 2b und 3) kann es notwendig sein, die noch nicht abgeheilten Areale gezielt mit Eigenhaut nachzutransplantieren.
Nebenwirkungen
Es wurden bislang keine auf das Produkt zurückzuführenden Nebenwirkungen beobachtet.
Nach der Anwendung könnten in seltenen Fällen sehr schwache Entzündungsreaktionen beobachtet werden, die aber typisch für körpereigene Fremdkörperreaktion sind und die sehr rasch mit dem Abbauprofil der Membran abklingen.
SUPRATHEL wird durch Hydrolyse hauptsächlich über den Zitronensäurezyklus zu Wasser und Kohlendioxid metabolisiert ohne das Wundmilieu nachhaltig zu verändern oder zu stören.
Kontraindikationen
SUPRATHEL sollte wie alle Permanentverbände nicht auf infizierte Areale aufgebracht werden. Bei Auftreten einer späteren lokalen Infektion kann zunächst eine Antibiotikatherapie unter Beibehalt des Permanentverbandes vorgenommen werden. SUPRATHEL ist für tiefe und ulcerierende Wunden nicht als alleinige Maßnahme geeignet. SUPRATHEL sollte nicht auf stark blutende Wunden ohne begleitende blutstillende Maßnahmen aufgebracht werden.
Besondere Hinweise
SUPRATHEL darf nur in Originalverpackung kühl und trocken (bis max. 25°C) gelagert werden. Inhalt steril, solange Peelpackungen unversehrt. Nicht resterilisieren. Vor Kindern sichern.
SUPRATHEL ist nicht toxisch, nicht allergen.
SUPRATHEL ist gammasterilisiert.
SUPRATHEL ist über mind. 3 Jahre bis max. 25°C lagerfähig.
Verantwortlicher Hersteller
PolyMedics Innovations GmbH
Heerweg 15 D
73770 Denkendorf
Germany